Die Eziden (oft auch als Jesiden bezeichnet) sind eine ethnisch-religiöse Gruppe, die hauptsächlich im Nordwesten des Irak, im Südosten der Türkei, im Norden und Nordosten Syriens, in Armenien und im Iran lebt. Das Hauptsiedlungsgebiet liegt in den Regionen Sinjar und Shaykhan im Nordwesten des Irak.

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Die ertragreiche Landwirtschaft auf terrassierten Feldern war schon im Rückgang begriffen, als dieses Foto vermutlich 1980 entstand | Museum for Islamic Art, photo: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)


Der Ezidismus ist eine monotheistische, synkretistische Religion, die ihre Wurzeln in einem vorzoroastrischen iranischen Glauben hat. Die Religion basiert auf der Überlieferung durch mündliche Traditionen. Ihr Hauptanbetungsort ist der Schrein von Shaykh ʿAdi ibn Musafir in Lalish im kurdischen Teil des Iraks.
Das Volk der Eziden wurde ausgegrenzt und in der Geschichte wiederholt religiös verfolgt.
Anne Mollenhauer traf die jungen Ezidinnen Basma Aldakhi und Sara Hassan zum Interview, die vor dem Einmarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ aus ihrer Heimat in der Sinjar-Region fliehen mussten.

Illustriert wird das Interview mit Fotografien des Geographen Eugen Wirth, die er 1953 auf einer langen Reise in den Jabal Sinjar aufgenommen hat. Sie stellen somit eine einzigartige Quelle für die verschwundene Welt der Eziden dar.

Anne: Wo haben Sie vor Ihrer Flucht gelebt?

Sara: Ich habe in der Sinjar Region gelebt, in Mujamma‘ Hittin, einer Collective Town.

Basma: Ich habe auch in der Sinjar Region, allerdings in Khana Sor, gelebt.

Ezidisches Leben und Traditionen im Sinjargebirge -                  Interview mit zwei jungen Ezidinnen 
Sara Hassan (vor dem Eingang zum Tempel von Shaykh ʿAdi in Lalish) | Fotorechte: Sara Hassan
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Basma Aldakhi (vor der Tempelanlage von Shaykh ʿAdi in Lalish sitzend) | Fotorechte: Basma Aldakhi 

Collective Towns 

Seit 1975 begann die irakische Regierung unter Saddam Hussein mit der Zerstörung kurdischer Dörfer und ihrer lokalen Identität, indem sie die Dorfbevölkerung zwang, in collective towns, den sogenannten Mujamma’at, zu leben. Unter dem Vorwand der Modernisierung und des Zugangs zu medizinischer Versorgung und Schulen mussten die historischen Dörfer aufgegeben werden. An den nördlichen und südlichen Ausläufern des Jabal Sinjar wurden 11 Kollektivorte gegründet, in denen die Eziden angesiedelt wurden.

Anne: Welche Sprache sprechen Sie untereinander?

Basma: Zumeist unseren regionalen Dialekt des Kurmandschi – die nordkurdische Sprache. In der Schule haben wir Arabisch gelernt, wir beherrschen es auch, genauso wie Badini, einen kurdischen Dialekt, den wir nach unserem Umzug nach Dohuk gelernt haben.

Anne: Also haben Sie in keinem traditionellen Dorf gelebt?

Basma: Nein, überhaupt nicht. Meine Eltern haben aber im Dorf Kursi gelebt.

Sara: Meine Eltern sind aus Bara nahe der syrischen Grenze.

Anne: Wie stellen Sie sich traditionelle Häuser vor?

Basma: In unserer Gegend sind traditionelle Häuser aus Stein und Lehm gebaut, jedes Haus bestand aus nur einem Zimmer, ähnlich wie bei Zelten. Für die Ernährung waren die Früchte, die in unserer Umgebung wuchsen, von lebenswichtiger Bedeutung. Deswegen war Trocknung von Obst und Gemüse eine sehr wichtige Sache für unsere Vorfahren.

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Ein traditionelles ezidisches Anwesen, wo im Sommer auf dem Dach geschlafen wird. Rechts im Bild erneuert eine Frau gerade den Verputz des Hauses, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)

Es gab eine ganz besondere Art von Häusern, nämlich solche, die in die Erde gebaut worden waren. Das Dach war auf gleicher Höhe wie der Erdboden, wodurch sie nicht leicht gesehen werden konnten. Zu Zeiten der Verfolgung eigneten sie sich hervorragend als Versteck.

Sara: In unserer Region nahe der syrischen Grenze gab es Menschen, die in aus Ziegenhaar hergestellten schwarzen Zelten lebten.

(Anne: Wie die Zelte der Beduinen? Sara: Genau.)

Dann gab es auch aus Stein und Lehm gebaute Häuser mit zwei Stockwerken und Keller, dort lebte nur die „Elite“. Ich habe von einem Mann gehört, der in nahe gelegenen Höhlen lebte, in einer wohnte er, eine andere nutzte er zum Weben, die dritte für Näharbeiten.

Anne: Gibt es Besonderheiten, an denen ein ezidisches Dorf zu erkennen ist?

Basma: Ein typisch ezidisches Haus hat eine niedrige Tür, so dass beim Eintritt der Kopf zu senken ist, dies dient als Zeichen von Respekt und Ehrfurcht vor Gott. Dabei darf die Türschwelle nicht betreten werden, der Eintritt muss mit einem Fuß außerhalb und einem innerhalb des Hauses geschehen, sodass die Schwelle selbst nicht berührt wird. Gleiches gilt für unsere Gebetsstätten, wie dem Lalish-Tempel, der wichtigsten Kultstätte unserer Religion. Und auch bei modernen Häusern mit normalen Türen gibt es noch immer manche, die bei Eintritt ihren Kopf neigen, als Zeichen der Gottesehrfurcht und als kulturelles Ritual.

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Ezid:innen mit ihrer traditionellen weißen Kleidung und rötlichen Bauchbinden auf dem Festival in Tell Keppe im Irak | Hamdi Hamad (CC BY-SA 4.0) 

Anne: Wie sieht die traditionelle Kleidung aus?

Basma: Bei der Hochzeit trägt die Braut ein weißes Kleid mit rotem Schal oder Tuch auf dem Kopf. Der Bräutigam hingegen hat sich in keiner besonderen Tracht zu kleiden, er trägt eher gewöhnliche Kleidung. Falls ein Todesfall in der Familie zur Zeit der Hochzeit passiert, so hat die Braut statt dieses festlichen Kleides einfache, bescheidene Kleidung als Zeichen der Trauer zu tragen.

Sara: Die Farbe unserer alltäglichen Kleidung ist weiß, für Männer wie für Frauen, hinzu kommt eine schwarze Weste. Manchmal finden sich rote Bänder als Verzierung. Männer tragen weiße lange Gewänder ohne Kragen. Wenn ich einen Mann sehe, der diese Art von Kleidung trägt, weiß ich sofort, dass er einer von uns ist.

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Das Tragen eines Turbans zeigt an, dass eine ezidische Frau verheiratet ist, 1953 | Museum for Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)
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Die traditionelle Kleidung der Eziden ist meist weiß. Kinder können auch bunt bekleidet sein: das kleine Mädchen trägt ein Käppchen mit Knöpfen und silbernen Anhängern, die es vor dem „bösen Blick“ schützen sollen, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)

Basma: Dann gibt es noch eine weitere Art von Kleidung, die die Fuqara, die Armen, tragen. Es ist die sogenannte Kharqa. Sie ist aus einem dunklen Braun-Schwarz, weil der Stoff mit Walnussschale gefärbt und auf Walnussbäumen bei Vollmond über Nacht zum Trocknen aufgehängt wird. Diese Fuqara sind die ehrlichsten und respektiertesten Menschen unserer Gesellschaft. Wir glauben daran, dass sie nur aufgrund ihres einfachen, lauteren Lebens diese Armut erreichen konnten, ein Leben, bei dem sie den Lehren unserer Religion Folge leisten und sich davon fernhalten konnten, jemals Leid zuzufügen.

Die Fuqara sind in unserer Gesellschaft diejenigen, denen der größte Respekt zuteil wird. Im Falle eines Streites mit Sara etwa würden wir einen Faqir zwischen uns richten lassen und sein Urteil befolgen. Ein jeder von uns sollte Entscheidungen und Handlungen des Faqirs folgen, auch wenn sie dabei jemanden schlagen sollten. Wenn ein Faqir etwas Falsches tut, nimmt die Gemeinschaft ihm das Kleid ab, was sehr beschämend ist. Wenn er Partei ergreift oder einer Seite mehr als der anderen Gewicht verleiht, sich also ungerecht verhält, so würde ihm auch seine Kleidung abgenommen werden, da er damit seine Neutralität aufgegeben hat. Aufgabe der Fuqara ist es, für die Reinigung und Dienste des Tempels aufzukommen, deswegen sind sie immer dort. Es gilt als segensvoll, die Ärmel ihrer Gewänder zu küssen.

Früher gab es viele Fuqara in unserer Gesellschaft, sie werden aber von Tag zu Tag weniger. Es scheint heutzutage schwierig zu sein, vorbildliches Verhalten an den Tag zu legen.

Anne: Wir hatten bereits erwähnt, dass Lalish die wichtigste Gebetsstätte der Eziden ist. Auf meinem Weg von Dohuk nach Erbil habe ich altorientalische Tells  mit ezidischen Schreinen auf der Kuppe gesehen. Besteht da ein Zusammenhang zwischen dem alten Mesopotamien und der ezidischen Religion? Oder haben Sie je vom altbabylonischen Gott Nabu gehört?

Sara: Ja, unsere Religion geht auf diese alten Zeiten zurück. Höchstes Heiligtum unserer Religion ist die Sonne, da sie Quelle jedes Lebens ist, zu ihr wird bei Sonnenauf- und -untergang gebetet. Anfang April findet das höchste Fest der Religion statt, der sogenannte Charshema Sor („roter Mittwoch“). Inwiefern aber die historischen Fundstätten mit  Wallfahrtsorten zusammenhängen, weiß ich nicht. Diese Bauten wurden an Orten gebaut, an denen Heilige gestorben oder gewirkt haben, um die Erinnerung an sie aufrecht zu erhalten. Davon ist der Lalish-Tempel die höchste Kultstätte der Eziden weltweit.

Basma: Ich habe nie vom Gott Nabu in unserer Religion gehört. Es kann aber sein, dass wir den Namen anders aussprechen und ich ihn deswegen nicht kennen.

Anne: Wie sieht der Tempel von Lalish aus? 

Basma: Ich zeige Ihnen Bilder. Diese konischen Faltkuppeln mit einer Kappe obenauf sind typisch für unsere Tempel.

Sara: Im Lalish finden wir das, wovon ich zuvor über die Häuser erzählt habe: niedrige Türen und hohe Türschwellen. Neben der Tür sehen wir das Bild einer schwarzen, in Stein gemeißelten Schlange. Manche küssen die Schlange vor Eintritt des Tempels, denn sie gilt als göttliches Geschöpf, das nicht getötet werden darf.

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Der Tempelbezirk von Lalish mit den drei konischen Faltkuppeln der Schreine von Shaykh ʿAdi, Shaykh Hasan and Shaykh Bakr, 2016 | Levi Clancy (CC BY-SA 4.0)
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Ezidischer Schrein am Abhang eines archäologischen Hügels südwestlich von Dohuk, 2022 | Anne Mollenhauer (CC-BY-NC-SA)

Anne: Gibt es denn viele Tempel hier in der Region?

Basma: Ja, so ziemlich jedes Dorf, jede Ortschaft hat ihren eigenen Tempel, Lalish ist aber der wichtigste auf der ganzen Welt.

Anne: Hat der IS viele dieser Tempel zerstört?

Sara: Ja, viele. Allein im Sinjar Gebirge wurden ca. 81 zerstörte Tempel gemeldet.

Anne: Werden Sie restauriert werden?

Sara: Einige Organisationen hatten mit dem Wiederaufbau begonnen, dann aber kam ein Beschluss, der besagte, die finanziellen Mittel seien nicht zur Restaurierung der Tempel, sondern für humanitäre Hilfe zu nutzen. Den Aufbau der Tempel könne man später angehen.

Basma: Viele Menschen leben noch immer in äußerst prekären Zuständen, es gibt viele Waisen und noch viele andere, die Unterstützung brauchen. Und doch gibt es einige, die trotzdem mit dem Wiederaufbau der Tempel beschäftigt sind.

Anne: Welche Rolle spielt die Musik während der religiösen Festlichkeiten?

Basma: Musik ist sehr wichtig, sämtliche unserer Kulthandlungen werden von Musik begleitet, und auch die Tänze haben einen religiösen Hintergrund. Viele Lieder und Geschichten, die von unserer Religion erzählen, werden in musikalischer Form übertragen. Es wird in einer alten Mundart gesungen, deswegen weiß ich nicht genau, was erzählt wird, aber ich kann – als Einblick – ein wenig von dieser Musik vorspielen.

Sara: Ich kenne eine Geschichte, da geht es um Verfolgung eines Menschen aus dem Süden, der  in den Norden floh. Es gibt viele verschiedene mündliche Überlieferungen über unsere Religion, schließlich leben Eziden heutzutage überall auf der Welt verstreut. Ich kenne noch einen Text über Hafiz Pasha, Statthalter der Osmanen in Mossul, der den Jabal Sinjar angriff und dabei ein Massaker an den Eziden anrichtete. In dieser Ballade wird vom Leid der Eziden erzählt.

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Kinder präsentieren die Glasperlen-Ziege auf ihrer Spindel, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)
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Beim abendlichen Musizieren: Dorfmusiker mit Langhalslaute (Tambura) bringt mithilfe von Kordel und Spindel die aus Glasperlen gefertigte kleine Ziege zum „Tanzen”, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA) 

Anne: Gibt es Märchen, die von Ihren Eltern und Großeltern erzählt werden?

Basma: Nein, diese Tradition haben wir nicht. Die alten Lieder, die wir haben, erzählen von unserer Geschichte, aber wie gesagt, es ist eine alte Sprache, die ich nicht verstehe. Ich müsste hierfür einen der Älteren fragen.

Anne: Gibt es etwas, dass Sie uns über Ihre Kultur erzählen möchten?

Sara

: Wenn eine Familie gegründet wird, bekommt sie den Namen der Frau und nicht des Mannes, aus Wertschätzung ihr gegenüber. Eziden ist es nicht erlaubt, eine nicht-ezidische Person zu heiraten, falls doch, so gilt diese Person nicht mehr als ezidisch und wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Zu Zeiten Saddam Husseins gab es viele solcher Fälle, an denen Eziden zum Islam konvertiert sind, später aber wieder ezidisch werden wollten. Unsere religiösen Oberhäupter erlaubten dies nicht. Das ist einer der Gründe, weswegen wir heute eine Minderheit darstellen. Deshalb war es ein wichtiger Schritt unseres Oberhauptes Baba Sheikh, als er den vom IS verschleppten und vergewaltigten Frauen Rückkehr und Reintegration in die Gesellschaft erlaubte – ein wirklich beachtenswerter Schritt, den wir nie erwartet hätten.

Basma: Ich habe einmal jemanden aus dem Südirak getroffen. Er wunderte sich bei meinem Anblick und sagte: „Ich dachte, Eziden würden sich einmal alle 40 Jahre waschen!“ Ein anderer meinte zu mir, er würde keinem Eziden die Hand geben, wir seien schmutzig. Es wird so schlecht über uns gedacht, so viele Falschinformationen über Kultur und Religion der Eziden kursieren in der Welt. Ich wünschte, die Leute würden die Wahrheit – anstatt dieser verunglimpfenden Lügen – über uns erfahren.

Verfolgung unter der Herrschaft des IS

Das Ende des Irak-Kriegs im Jahr 2003 und die chaotische Situation des Syrien-Kriegs seit 2011 begünstigten den Aufstieg von Terrorgruppen wie al-Qaida und dem so genannten „Islamischen Staat“. Am 3. August 2014 fiel der „Islamische Staat“ in die Sinjar-Region ein, mit dem Ziel, die ezidische Bevölkerung auszurotten. Es kam zu einem Völkermord an den Eziden, mindestens 10.000 Menschen wurden getötet. Tausende konnten fliehen – meist nach Irakisch-Kurdistan, wo viele von ihnen noch immer in Flüchtlingslagern leben. Anderen gelang es, in europäische Länder zu fliehen, darunter vor allem nach Deutschland.

Anne: Haben Sie Kontakt zu ezidischen Gemeinschaften in Syrien oder anderen Teilen der Welt?

Sara: Ja, natürlich. Mein Vater hatte versucht, nach Syrien zu fliehen, als Saddam Hussein ihn verfolgte, aber er hat es nicht geschafft. Er wurde getötet, bevor ich geboren wurde.

Basma: Mein Vater hatte auch Kontakte in Syrien und ging dorthin, als wir bedroht waren. Er kehrte zurück, als die irakische Regierung eine Amnestie verkündete. Verwandte von mir sind immer noch in Syrien, zu denen wir  Kontakt haben.

Sara: Ich bin in einer internationalen Chat-Gruppe von ezidischen Frauen. Wenn wir über unsere Kultur sprechen, habe ich manchmal das Gefühl, dass sie über etwas ganz anderes sprechen als das, was ich als unsere Kultur kenne.

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Am Dorfbrunnen trifft man sich, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)

Ezidische Frauen und Mädchen

Über 6000 ezidische Frauen und Mädchen wurden von IS-Terroristen entführt, vergewaltigt und versklavt. Sie wurden gefangen genommen, um in den Haushalten der IS-Terroristen zu Diensten zu sein, und wurden oft weiterverkauft. Seit dem Fall des IS im Irak flohen diese Frauen und Mädchen; manche mussten sogar freigekauft werden, um in ihre Gemeinschaft zurückkehren zu können. Nadia Murad war eines der ehemaligen Opfer und widmete ihr Leben dem Kampf für ihre Leidensgenossinnen. Für ihren Einsatz erhielt sie 2018 den Friedensnobelpreis (gemeinsam mit Denis Mukwege).


Beitragsbild: Ezidisches Heiligtum: Mausoleum der Sitt Zaynab (aus der Zeit des Badr al-Din Lulum Atabeg von Mosul, 1233-1259) in Balad Sinjar an den Abhängen des Sinjar-Gebirgszuges, 1953 | Museum für Islamische Kunst, Foto: Eugen Wirth (CC-BY-NC-SA)

ِAutorenschaft von Hiba Bizreh

Archäologin aus Syrien. Arbeitete am Syrian Heritage Archive Project in der Zeit von 2018-2019

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