Neue Projekte Mellon & GHS 2018

Neue Projekte mit der Andrew W. Mellon Foundation
und der Gerda Henkel Stiftung

 

Die Interaktive Kulturerbe-Karte von Syrien

Die Mellon-Foundation unterstützt in den Jahren 2018 und 2019 das Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin mit einem partizipativen Projekt zur Archivierung und Vermittlung syrischen Kulturerbes: Die Interaktive Kulturerbe-Karte von Syrien (The Interactive Heritage Map of Syria).

In innovativer Weise werden partizipative Ansätze konsequent ausgebaut: Zwei Wissenschaftler und zwei Blogger erarbeiten eine interaktive Kulturerbe-Karte Syriens. Persönliche Erinnerungen und Erfahrungen von Bewohnern sowie traditionelles lokales Wissen – auch zum immateriellen Erbe – werden mit dem materiellen Erbe, wie es sich auf der Datenbank abbildet, verbunden. Damit wird eine direkte Verbindung zwischen der Nutzergemeinschaft und dem archivierten Dokumentationsmaterial hergestellt.

Dieses Vorhaben erfolgt aufbauend auf dem Syrian Heritage Archive Project, in dem syrische und deutsche Fachleute (zusammen mit dem Deutschen Archäologischen Institut und gefördert durch das Auswärtige Amt) seit 2013 über 150.000 Digitalisate in ein digitales Archiv aufgenommen und die Orte in ein geografisches Informationssystem eingetragen haben.

Da Kulturerbe jeden Menschen betrifft und es keine Angelegenheit nur von Spezialisten ist, schreiben Syrer als „community archive“ ihre eigene Geschichte und eignen sich ihr Kulturerbe aktiv an. Dementsprechend ist einer der beiden Blogger, die Berichte sammeln und kommunizieren, ein Guide aus dem Projekt Multaka: Treffpunkt Museum – Geflüchtete als Guides in Berliner Museen.

Was die Interaktive Kulturerbe-Karte mit den nachfolgend beschriebenen Projekten zu Aleppo verbindet, ist der partizipative Ansatz von Multaka, der mit seiner erfolgreichen Praxiserfahrung aus vier Berliner Museen auf Themen der Denkmalpflege übertragen wird.

 

Partizipative Projekte mit Schwerpunkt Aleppo

Seit Mitte 2017 fördert die Gerda Henkel Stiftung den Projektteil zu Aleppo, in dem Zerstörungen ausführlich dokumentiert werden. Dies erfolgt durch eine Erweiterung der bisherigen Datenbank des Syrian Heritage Archive Project am Museum für Islamische Kunst. Des Weiteren porträtiert ein Online-Katalog einige wichtige öffentliche Gebäude unter kunsthistorischen und historischen Gesichtspunkten. Dazu entstehen auch Kurzfilme, in denen die Bewohner Aleppos persönliche Erinnerungen erzählen, die mit diesen Gebäuden verknüpft sind.

Kulturerbe bleibt somit kein abstrakter Begriff einiger weniger Experten. Alle Syrer mit verschiedenem Hintergrund äußern und entscheiden selbst, wie sie ihre Verbindung zu Monumenten oder Orten definieren und welche Erinnerungswerte für sie wichtig sind.

In beiden vorgestellten Projekten erzählen Menschen aus Syrien ihre ganz eigenen Geschichten, die mit wissenschaftlichen Kenntnissen zum materiellen und immateriellen Kulturerbe verbunden werden.

 


Relevant dazu: Pressemitteilung seitens des Museums für Islamische Kunst