Syrische Flüchtlinge restaurieren zerstörtes kulturelles Erbe in Miniatur

Syrische Flüchtlinge restaurieren zerstörtes kulturelles Erbe in Miniatur

Inhabitat (Web-Blog) vom 01.12.2016 – Autorin: Liz Eve – Die syrischen Geflüchteten haben nicht nur Häuser, Sicherheit und oft geliebte Menschen verloren, sie mussten die Zerstörung ihres kulturellen Erbes ertragen. Exilierte Künstler im jordanischen Flüchtlingslager Za’atari schlagen zurück und bauen Miniaturen aus lokalem Stein und recycelten Abfällen, um die historischen Wahrzeichen zu bewahren. Lesen Sie weiter, um einige der Künstler zu treffen und Bewundern Sie die wunderbaren Bauwerke, die sie mit sorgfältiger Pflege gebaut haben, so dass künftige Generationen ihre Herkunft nicht vergessen.

Die Arbeiten werden nur mit den einfachsten Werkzeugen und Materialien aus dem Areal des Za’atari-Lagers ausgeführt. Flüchtlinge rekonstruieren ikonische syrische Orte wie Palmyra und Krak des Chevaliers in Homs. „Wir haben uns für dieses Projekt entschieden um aufzuzeigen, was in Syrien passiert, denn viele dieser Orte sind bedroht oder bereits zerstört“, erklärt Projektkoordinator Ahmad Hariri aus Dara’a.

Hariri brachte die Gruppe zusammen und sammelte Rohmaterial. Er hofft, dass das Projekt Kinder im Lager über ihre Heimat aufklären wird. „Es gibt viele Kinder, die hier leben, die nie Syrien gesehen haben oder die keine Erinnerung daran haben. Sie wissen mehr über Jordanien als über ihr eigenes Land. „Das Projekt hat den Künstlern auch einen Sinn gegeben. „Durch diese Arbeit fühlen sie, dass sie zumindest etwas tun, um ihre Kultur zu bewahren.“

Mahmoud, aus Dara’a, baute ein Modell von Palmyra aus Ton und Holzspiessen. Als er daran arbeitete, erfuhr er, dass der Ort unter die Kontrolle der bewaffneten Gruppen gefallen war. „Ich bin sehr besorgt darüber, was passiert ist“, sagte er. „Dieser Ort repräsentiert unsere Geschichte und Kultur, nicht nur für Syrer, sondern für die gesamte Menschheit. Wenn es zerstört wird, kann es nie wieder aufgebaut werden.“

Ismail Hariri, 44 arbeitete als Innenarchitekt, bevor der Konflikt ihn zwang, mit seiner Frau und seinen Kindern im Jahr 2013 nach Jordanien zu fliehen. Seit frühster Kindheit formt er Skulpturen, nahm aber bei Ankunft im Lager nur zögernd sein Handwerk wieder auf. Das Projekt half ihm, seine Leidenschaft neu zu entdecken, jetzt hat UNHCR-Partner International Relief and Development ihn eingeladen, Kunstklassen für 44 Kinder im Gemeindezentrum voranzutreiben.

Ismail machte mehrere Skulpturen für die Ausstellung. Sein Liebling zeigt das nabatäische Tor und den Bogen in Bosra bei Dara’a. Wie das Original besteht es aus Vulkanstein, das er im Lager fand. „Es war ein großer Stein, und ich brauchte zwei Monate bis zur Fertigstellung, und arbeitete mit den einfachen Werkzeugen, die ich finden konnte“, sagte er. „Es ist die erste Arbeit, die ich nach einer langen Zeit angefertigt habe. In den ersten Tage traf ich meine Hand mehr als ich den Stein traf.“