1. Stimmen der syrischen Musik
  2. Zeitgenössische klassische Musik in Syrien
  3. Musikalische Diversität in Syrien
  4. Musik & Community in Syria
  5. Volksmusik
  6. Musik & Religion
  7. Jazz Lives in Syria
  8. Der Klang von Dayr az-Zawr
  9. Muwashahat: Eine Erinnerung aus Damaskus

von Hannibal Saad

Zeitgenössische klassische Musik in Syrien würde in ihrer Vielfalt und Professionalität ohne ihre Gründerväter Solhi al-Wadi und Nouri Iskander nicht existieren. Solhis Ehrgeiz, eine professionelle klassische Musikszene in Syrien aufzubauen, war in der syrischen Geschichte außergewöhnlich und legte den Grundstein für die wichtigsten Musikinstitute Syriens. Nouri Iskanders tiefergehende Forschung der arabischen maqamāt (Plural von maqām), dahingegen, befähigte das Musiktalent, einzigartige Musikstücke durch die Verschmelzung alter Melodien mit zeitgenössischen Vertonungen hervorzubringen, die weltweit geschätzt werden.

Solhi al-Wadi

1934 in Bagdad (Irak) geboren, verbrachte Solhi al-Wadi seine Kindheit in Damaskus und verließ Syrien später, um an einer Musikhochschule in Alexandria (Ägypten) Violine und Komposition zu studieren. Es folgte ein höheres Musikstudium an der Royal Academy of Music in London. Nach seiner Rückkehr nach Damaskus in den 1960er Jahren war Solhi entschlossen, eine professionelle zeitgenössische klassische Musik- und Kunstszene in Syrien aufzubauen. Er begann mit der jüngeren Generation und widmete sich in den ersten Jahren der Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig knüpfte er wichtige Beziehungen ins Ausland, z. B. zur ehemaligen Sowjetunion, von wo er qualifizierte Musiker*innen holte, die am neu gegründeten Arab Institute of Music unterrichten sollten. Ab 1967 gelang es ihm, aus Studierenden und Lehrer*innen ein Kammerorchester aufzubauen. Mit ehrgeizigen, unermüdlichen Bemühungen gelang es ihm 1990 das High Institute of Music and Theatre zu eröffnen, wo er dann als Professor für Musikgeschichte und Musiktheorie tätig war. Für Solhi wurde das Institut zu seinem Zuhause. Sein Talent für Mikromanagement durchdrang die gesamte Atmosphäre des Ortes, einschließlich Auswahl der richtigen Bäume, die im gesamten Institut gepflanzt wurden, bis hin zu den vielen Katzen, die im Garten umherstreiften. Für Solhi waren sie integrale Bestandteile „seines“ Instituts, und er kümmerte sich rührend um die Fütterung jeder einzelnen Katze, während er gleichermaßen dafür sorgte, dass alle MusikerInnen und LehrerInnen pünktlich zu ihren Aufgaben erschienen. Solhis eigene Kompositionen waren stark vom ungarischen Komponisten Béla Bartók und später vom sowjetischen Komponisten und Pianisten Dmitri Schostakowitsch beeinflusst, wurden aber auch von arabischen Melodien und Themen gespeist.

Solhi al-Wadi: Trio für ein Klavier, eine Violine and ein Cello (Damaskus, 2008)

In den 90er Jahren verwirklichte Solhi einen weiteren seiner Träume und gründete das Nationale Symphonieorchester, das ihn auf internationalen Bühnen zu einem bekannten Dirigenten und Komponisten machte. Bis heute beeinflusst Solhis Leben Musiker aus der ganzen Welt. Die Gründung des High Institute for Music and Theatre, der Aufbau eines Orchesters von Grund auf und die Einführung von Kunst und modernem Tanz in die einzigartige künstlerische Landschaft Syriens, sind Leistungen, die nicht hoch genug geschätzt werden können. Die Generationen, die das Privileg hatten, unter seiner Leitung zu studieren, festigten seine Bewegung in den nachfolgenden Generationen und verbreiteten sie in andere Regionen der Welt, wo das Vermächtnis von Solhi al-Wadi bis heute gefunden werden kann.

| Nouri Iskander

Mit Nouri Iskander hat die syrische Musiklandschaft einen weiteren bedeutenden Musikwissenschaftler und Komponisten hervorgebracht. Iskander hat sich auf syrische Sakral- und Volksmusik spezialisiert und ist bekannt für seine einzigartige Mischung aus alten Volksliedern und zeitgenössischen Musikstücken.

Nouri wurde in Deir Ezzor als Sohn einer assyrischen Familie aus Urfa (Türkei) geboren und begann seine musikalische Laufbahn bereits in jungen Jahren, als er sich einer syrisch-orthodoxen Band anschloss. Er begann früh mit seiner Forschung von syrischer Volksmusik und eigenen Kompositionen. Er gründete nicht nur mehrere erfolgreiche Chöre, sondern komponierte auch eine große Auswahl an syrischen Volksliedern, darunter die Operette Parqāna (was so viel wie „Erlösung“ bedeutet) und O Habibo. Nouris Iskaner trug so maßgeblich dazu bei, syrische Musik für die kommenden Generationen zu erhalten. 1973 organisierte Nouri im UNESCO-Palast in Beirut sein erstes professionelles Festival, das der syrischen Musik gewidmet war. Dieses Konzert war wegweisend für viele weitere Auftritte, nicht nur auf syrischen Bühnen, sondern auch vor einem wachsenden internationalen Publikum. Was seine Kompositionen im Vergleich zu anderen seiner Zeit auszeichnete, war seine Leidenschaft für Verschmelzung von Maqām-basierter Musik mit zeitgenössischen klassischen Techniken und Ideen.

Nouri Iskanders Kompositionen I

Mn Wahy Alsaba – Nouri Iskandar Trio auf der Global Week for Syria in 2016
Zeitgenössische klassische Musik in Syrien
Festivalankündigung für Nouri Iskander © Hannibal Saad, Oriental Landscape

Im Jahre 2005 konnte ich es kaum glauben, als ich Nouri persönlich kennenlernen durfte. Ich war stets beeindruckt von der Kühnheit seiner Kompositionen, bei denen er Altes mit Neuem mischt, ohne sich dafür entschuldigen zu müssen. Ich finde, seine zeitgenössischen Kompositionen vermeiden übermäßige konzeptionelle Ideen, während sie den Melodien treu bleiben, die er mit seinen Stücken absolut intuitiv erforscht.

In gewisser Weise ist es Nouri auch gelungen, ein tiefergehendes Verständnis der Maqām zu gewinnen, indem er alte Melodien aufgriff und sie in einen zeitgenössischen Rahmen setzte. Er hat sich davor nie gescheut, Mikrotöne in harmonischen Zusammenhängen zu verwenden, während andere Komponist*innen diesen Ansatz meist umgingen, um Dissonanzen zu vermeiden. Er war mutig genug, diese Mikrotöne in Akkorde zu integrieren, manchmal in Clustern, und so neue Klänge zu erfinden, während er musikalische Grenzen, fast wie ein nahöstlicher Alfred Schnittke, überschreitet.

Nouri Iskander´s Kompositionen II

Nouri Iskandar Oud-Konzert mit Streichquartett.
Oriental Miniature von Nouri Iskandar, gespielt von dem New European Ensemble in 2018

Neben seiner musikalischen Laufbahn ist Nouri auch für seine eingehenden musikwissenschaftlichen Forschungen bekannt, die von der UNESCO als wichtiger Ansatz für das Verständnis und die Erhaltung syrischer Musik anerkannt wurden. Über vier Jahrzehnte lang analysierte er syrische Melodien, Höhepunkt davon war ein von der UNESCO in Auftrag gegebenes wissenschaftliches Buch über religiöse und traditionelle syrische Musik, das in den 90er Jahren veröffentlicht wurde. Iskander beschäftigte sich auch intensiv mit Werken des genialen syrischen Musikwissenschaftlers Mikhael Allah-Weirdi. Allah-Weirdi (1904-1978, Damaskus) schrieb ein umfassendes wissenschaftliches Buch mit dem Titel Philosophy of Oriental Music, in dem er die Verwendung natürlicher Tonleiter anstelle wohltemperierter Skalen erörterte. Ausgehend von der traditionellen Philosophie an orientalischer Musik und Mathematik versuchte er, perfekte Verhältnisse in den Notenintervallen zu finden, um eine Harmonie zu schaffen, die in Menschen ein Gefühl von Frieden hervorruft. Dabei entwickelte er konzeptionelle Methoden, die auch heute noch von an mikrotonaler Musik interessierten Komponisten aufgegriffen werden.

Seine Arbeit und die Diskussionen mit Nouri und vielen anderen haben mich sehr inspiriert. Aus dieser Inspiration heraus habe ich das Festival Oriental Landscapes ins Leben gerufen, um eine Plattform für Musiker zu schaffen, auf der sie verschiedene Genres der der Musik in Syrien studieren, diskutieren und aufführen können. Nouri hat mich dazu bewegt, tief in die Geschichte der Musik in Syrien einzutauchen und dabei den spirituellen Aspekt der arabischen Musik, ihre Verbindung zur Philosophie und Metaphysik der Musik kennenzulernen, und mir so eine völlig neue Seite der Musik in Syrien gezeigt, an die ich ohne ihn nicht gedacht hätte. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass ich auch Archäomusikologen zu unserem Festival eingeladen habe.


| Andere Komponisten der Generation von Solhi al-Wadi

Solhi legte den Grundstein für eine solide klassische Musikausbildung, aber er war nicht allein. Es gab bereits mehrere Musiker*innen und Komponist*innen in der Szene, die es verdienen, erwähnt zu werden. 1957 dirigierte Solhi selbst ein Sinfonieorchester aus Musikern der Freunde des Kunstinstituts und der syrischen Polizeikapelle. Sie versuchten sich an der Egmont-Ouvertüre von Beethoven sowie an Werken von Schubert und Strauss. Einige der unbekannten Komponist*innen und Musiker*innen, die in diesen Arrangements mitwirkten, hatten nie die Chance, anerkannt zu werden, wie – um nur einen zu nennen – der verstorbene Ali al-Kafri (geb. 1953), der in Kairo Filmwissenschaft studierte und zahlreiche Musikwerke komponierte.

In Solhis Generation haben viele einen Beitrag zur klassischen Musikszene in Syrien und über die Landesgrenzen hinaus geleistet.

Andere Komponisten der Generation von Solhi al-Wadi:

Ein weiterer Komponist aus Solhis Generation ist der Aleppiner Diaa al-Sukkari (1938 – 2010), der in Paris studierte und von 1960 bis 1967 zusammen mit Solhi am Arabischen Institut unterrichtete, danach zog er dauerhaft nach Frankreich, um dort zu unterrichten. Er war ein sehr guter Geiger, konzentrierte sich aber mehr auf die Komposition. Beeinflusst von zeitgenössischen Komponisten wie Olivier Messiaen, komponierte er über 60 Musikstücke, in denen er versuchte, arabische Themen zu verarbeiten.

Der 1932 in Damaskus geborene Walid al-Hajjar ist ein vielseitig begabter Aristokrat. Schon in jungen Jahren studierte er beim russischen Baron Belling, ehemaliger Dirigent am Hof des Zar Nikolaus. Später, in den fünfziger Jahren, studierte er Kontrapunkt bei Madame Honegger in Paris und komponierte bei Edmond Marc am Conservatoire de Paris. In der Zwischenzeit studierte er Malerei an der École des Beaux-Arts bei dem Bildhauer Zadkin. Anschließend zog er in die USA, um seine akademischen Studien zu beenden und machte seinen Abschluss in Politikwissenschaften. Heute hat er vier Romane verfasst und schreibt weiterhin Artikel und Essays zu einer Vielzahl relevanter kultureller Themen, von denen fünfhundert auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurden.

Nuri Nuheibany zog 1959 nach Leipzig und studierte bei dem deutschen Komponisten Siegfried Thiele. Von Anfang an verwendete er arabische Musik und Themen und komponierte Stücke auf Grundlage arabischer Lieder, traditioneller Themen sowie christlicher und islamischer, religiöser Musik. Während er an mehreren deutschen Universitäten arbeitete und lehrte, komponierte er für Filme und Theater in Damaskus und entwickelte 1978 am Arabischen Musikinstitut ein Curriculum für Percussions unter Verwendung der Perkussionstechniken von Carl Orff.

Ein weiterer herausragender Komponist und Kontrabassist ist François Rabbat. Rabbat wurde 1931 in Aleppo geboren und zog 1955 nach Paris. Seither spielte er auf der ganzen Welt und komponierte zahlreiche Werke zeitgenössischer Musik. Er schrieb außerdem ein dreibändiges Werk Nouvelle technique de la contrebasse.


| Die Generation nach Solhi-al-Wadi

Solhi al-Wadi, Nouri Iskander und viele andere, die sich ihren Bemühungen angeschlossen hatten, legten den Grundstein für die klassische Musikausbildung in Syrien. Die nachfolgenden Musikergenerationen konnten von ihrer Pionierarbeit bedeutend profitieren. Kein Wunder also, dass die neuen Musikinstitutionen eine ganze Generation fantastischer Musiker*innen hervorgebracht haben, die die Musiklandschaft Syriens und darüber hinaus mit ihren ganz eigenen Werken bereichern. Obwohl es nicht möglich ist, alle syrischen Musiker*innen zu erwähnen, versucht dieser Artikel, ein wenig Licht auf die Bandbreite der musikalischen Talente in Syrien zu werfen.

Als Nachfolger von Solhi al-Wadi übernahm Dirigent Missak Baghbodarian das Orchester und Cellist Athil Hamdan übernahm die Leitung des Higher Institute of Music.

Entdecke andere Komponist*innen aus dieser Generation:

Geboren in Damaskus, studierte Zaid Jabri dort und zog dann nach Polen, wo er bei Krzysztof Penderecki promovierte. Zaid lebt seit drei Jahrzehnten in Krakau, Polen, und hat Dutzende von Stücken komponiert und an vielen renommierten Universitäten in Europa und den Vereinigten Staaten Vorlesungen gehalten.

Forschungen über die Werke von Zaid Jabri, Hassan Taha and Shafi Baddreddine, können hier nachgelesen werden: Shayna Silverstein, Transforming Space: The Production of Contemporary Syrian Art Music

Hassan Taha wurde 1968 in Homs, Syrien, geboren und lebt derzeit in Bern, Schweiz. Nachdem er sich die traditionelle arabische Musik selbst beigebracht hatte, schloss er 1998 sein Musikstudium in Horn und Oud am Higher Institute of Music in Damaskus ab. Im Jahr 2003 studierte er zeitgenössische Komposition am Konservatorium von Maastricht, Niederlande. Im Jahr 2012 erwarb er einen Master in Komposition an der Hochschule der Künste in Bern. Seine Werke wurden in Syrien, dem Libanon, der Türkei, Deutschland und der Schweiz aufgeführt. 2010 wurde er von der Stiftung Pro Helvetia Arts, Schweiz, als „Artist in Residence“ eingeladen. Er hat Workshops mit den beiden Komponisten Vinko Globokar und Helmut Oehring geleitet.

Forschungen über die Werke von Zaid Jabri, Hassan Taha and Shafi Baddreddine, können hier nachgelesen werden: Shayna Silverstein, Transforming Space: The Production of Contemporary Syrian Art Music

Der syrisch-amerikanische Kareem Rustom stammt aus Squeilbieh (Syrien) und lebt heute in Boston, USA. Kareem Rustom, der in den musikalischen Traditionen des Nahen Ostens verwurzelt und in westlicher Konzertmusik und Jazz ausgebildet ist, ist ein musikalisch zweisprachiger Komponist, der mit einem breiten Spektrum von Musikern zusammengearbeitet hat, von Kronos Quartett bis Shakira. 

Shafi Badreddine wurde in Sweida, Syrien, geboren und schloss 1998 sein Studium an der Hochschule für Musik als Klarinettist, Oud-Spieler und Spezialist für Kompositionstheorie ab. Shafi studierte Komposition in Lyon und Dirigieren in Dijon. Danach kehrte er nach Damaskus zurück, um ein Orchester zu gründen und zu leiten. Er hat viele bedeutende zeitgenössische Werke geschaffen und war bei vielen unserer Oriental Landscapes-Festivals zu hören. Seit 2010 lebt Shafi in Luxemburg, wo er das Ornina Syrian Orchestra gegründet hat. Seine Werke konzentrieren sich auf orientalische Musik mit einem zeitgenössisch-klassischen Ansatz, und er ist in den meisten europäischen Städten als Musiker und Dirigent aufgetreten. 

Forschungen über die Werke von Zaid Jabri, Hassan Taha and Shafi Baddreddine, können hier nachgelesen werden: Shayna Silverstein, Transforming Space: The Production of Contemporary Syrian Art Music

Der irakisch-syrische Geiger, Komponist und Dirigent Raad Khalaf schloss 1990 sein Studium in Moskau ab und zog dauerhaft nach Damaskus, wo er am Higher Institute of Music unterrichtete und seit Gründung des Syrischen Symphonieorchesters im Jahre 1992 dessen erster Geiger war. Er gründete das Damaszener Streichquartett, Zeryab-Orchester und das nur mit Frauen besetzte Mari-Orchester. Er komponierte für Kino, Theater und Fernsehserien, aber auch für viele Opern, wie die Oper Avicenna, die als erste arabisch produzierte Oper in Doha, Katar, erstaufgeführt wurde. Seine Kompositionen wurden von arabischen Themen und Ideen inspiriert, er bezog aber auch antike Themen mit ein und verwendete u. a. alte mesopotamische Musikinstrumente, die er speziell für seine Kompositionen gebaut hatte.

Der in Damaskus geborene und in New York lebende Kinan Azmeh ist meiner Meinung nach der bei weitem aktivste syrische Musiker. Er bringt seine Musik als Solist, Komponist und Improvisator in alle Welt. Zu den bemerkenswerten internationalen Auftritten gehören Opera Bastille in Paris, Tschaikowsky-Saal in Moskau, Carnegie Hall und UN-Generalversammlung in New York, Hamburger Elbphilharmonie und viele andere. Zu Kinans Kompositionen gehören mehrere Werke für Solo-, Kammer- und Orchestermusik sowie Musik für Film, Live-Illustration und Elektronik. Seine jüngsten Werke wurden von vielen renommierten Orchestern in Auftrag gegeben, darunter New Yorker Philharmoniker, Saint Paul Chamber Orchestra, Apple Hill String Quartet, Cello Octet Amsterdam, Aizuri Quartet, Bob Wilson und viele andere.

Rami Chahin erwarb seinen B.A. am Damaskus Higher Institute of Music (1999). Er promovierte in Komposition, Musiktheorie und Musikwissenschaft an der Universität Oldenburg, Deutschland, bei Prof. Violeta Dinescu und Prof. Dr. Joachim Dorfmüller mit der Arbeit „Towards a Spectral Microtonal Composing: Eine Brücke zwischen arabischer und westlicher Musik“ sowie mit seiner mikrotonalen und spektralen Kompositionsoper Qadmus. Er erwarb einen Master in Komposition an der National University of Fine Arts and Music in Tokyo.

Basilius Alawad ist ein syrischer Cellist und Komponist, der in Berlin lebt. Er studierte zwischen 2011 und 2013 am High Institute of Music in Damaskus, wo er als Gastcellist und Solist mit dem Syrian National Symphony Orchestra auftrat. Basilius hat seine eigenen Kompositionen u.a. in der Berliner Philharmonie, im Pierre Boulez Saal, beim Rudolstadt Fest und im Muziekgebouw aufgeführt. Erst kürzlich wurde er mit dem “Ettijahat for Independent Culture“-Förderpreis ausgezeichnet, um sein selbst komponiertes Album “Black Cotton“ zu produzieren. Basilius hat einen Soundtrack für arabische Youtube-Serien und Kurzfilme komponiert und gerade seine erste elektronische Musiksingle mit dem Titel “Tal Elleil“ veröffentlicht.

Basilius studiert außerdem Cello in einer Klasse von Sennu Laine an der Barenboim-Said Akademie in Berlin, wo er an Workshops, Vorträgen und Kammermusik unter der Leitung von Daniel Barenboim, Michael Barenboim und Michael Wendeberg teilnimmt. Für mehr Informationen, besuchen Sie seine Webseite hier


| Die aufstrebende jüngere Generation

In Syrien gibt es inzwischen mehrere junge Komponist*innen, darunter viele Talente wie Suhaib al-Samman (geboren in Damaskus), Wassim Ibrahim (geboren in Sweida, heute in Krakau/Polen lebend) und Mehdi al-Mahdi, der in Damaskus geboren wurde und nach wie vor dort lebt. Alle drei Komponisten behandeln in ihren Kompositionen arabische und regionale Themen.

Behind the Death, Streichquartett and Orchester mit Wassim Ibrahim
Suhaib Al-Samman mit dem National Arabic Orchestra am National Center for Visual Arts, unter der Leitung von Adnan Fathallah

Suhaib und Mehdi sind bisher unentdeckte Musiker, aber ich glaube, sie arbeiten hart an ihrer Karriere, während sie in Syrien leben. Zwei weitere junge Komponisten sind Nadim Husni, der in Polen lebt und komponiert, und Shalan Al Hamwi, der in Belgien lebt und komponiert.

All diese Musiker*innen und Komponist*innen haben die Landschaft der klassischen Musik auf syrischen und internationalen Bühnen mitgestaltet. Sie haben dazu beigetragen, Traditionen fortzuführen und gleichzeitig neue Innovationen zu schaffen. Und wir können sicher sein, dass es noch viele weitere geben wird…

Titelbild: © Zaid Jabri

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